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„Hausputz“ in Niederlangen

 

Über dreißig freiwillige Helfer und Helferinnen hatten sich, nachdem sie zeitgleich in Niederlangen-Siedlung und dem Altort mit Warnweste, Müllzange und Sammelsack ausgestattet waren, pünktlich um neun Uhr auf den Weg gemacht um ihr Dorf von achtlos weggeworfenem Unrat zu befreien. Andere waren mit Trecker, Wagen und Anhängern unterwegs um die vollen Säcke entgegenzunehmen. Über 10 Kubikmeter haben sie heute in den bereitgestellten Container, der an der Schutzhütte im Kapellenmoor deponiert war, entleert. Es ist immer wieder erstaunlich, was am Wege so alles zu finden ist. Lars, Davin und Heiko haben auf ihrem Streifzug durch den Wald eine ausgeschlachtete Gefriertruhe gefunden, die sicher schon eine Weile dort gelegen hat. Die ehemaligen Besitzer haben sie gründlich entkernt, will sagen: alles Brauchbare, was sich in irgendeiner Weise zu Geld machen ließ haben sie ausgebaut und das für sie wertlose Gehäuse weit in den Wald hinein getragen, statt es in einer Mülldeponie zu entsorgen. Doch den ehrenamtlichen Sammlern macht die Arbeit sichtlich Spaß. Alle Altersklassen haben an der alljährlich stattfindenden Aufräumaktion teilgenommen. In diesem Jahr hatten sich auch erstaunlich viele Jugendliche und Kinder daran beteiligt. Nach getaner Arbeit wurde der Tradition folgend wieder ein Baum, eine große grüne Reneklode, gepflanzt und dann konnten die freiwilligen Helfer das rustikale Büfett stürmen.

 Alfons Robbe, der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, bedankte sich bei allen Teilnehmern für ihren uneigennützigen Einsatz. Den Jagdgenossenschaften aus beiden Ortsteilen dankte er, dass sie sich wieder an den Kosten für die kraftvolle Brotzeit beteiligt haben.

 

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Bildunterschrift: die Riege der freiwilligen Helfer aus Niederlangen und Niederlangen-Siedlung vor dem beladenen Container.

 

 


 

 

Klönabend am 07.03.20.17

Eine ungleiche Partnerschaft – Baoji / Lathen – Reisen ins Land der Mitte

 

Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber stellte den Zuhörern in Bild und Ton das Land bzw. die Stadt Baoji vor. Durch das vorab aufgelegte Foto machte er zunächst den Größenunterschied der beiden Gemeinden deutlich. Hier die Samtgemeinde Lathen, bestehend aus sechs Mitgliedsgemeinden mit gut 11.000 Einwohnern, auf einer Fläche von rund 170 qkm und daneben Baoji in der Volksrepublik China gelegen. Der Weg dorthin beträgt rund 7500 km. Baoji ist etwa 100 Mal so groß wie unsere Samtgemeinde und umfasst eine Fläche von 18.721 qkm. Zu Beginn der Kontaktaufnahme, im Jahre 2010, lebten dort 3,8 Mio. Einwohner, die Tendenz ist weiter steigend. Baoji ist eine bezirksfreie Stadt in der Provinz Shaanxi mit deren Hauptstadt Xi‘, gelegen in einem Gebiet, das sicherlich zu den erdgeschichtlich bedeutenden Regionen gehört.

Die Verbindung nach China ist durch Herbert Tieben, Inhaber der damaligen Firma HYNOVA, die sich im Industriepark an der A 31 angesiedelt hatte, entstanden. Er hatte die chinesischen Geschäftsleute während einer Produktausstellung in Hamburg kennengelernt. Es entwickelte sich ein gemeinsames Geschäftsinteresse. 2012 kündeten sie einen Besuch in Deutschland – in Niederlangen – an. Um dem Geschehen einen gebührenden Rahmen zu geben, bat Herr Tieben die Lathener „Politik" die Gäste zu begrüßen, Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber und sein Stellvertreter sagten zu, auf die Schnelle verfassten sie einen sogenannten „Letter of intent" und empfingen die chinesische Delegation im Gründerzentrum an der A31. Die Begegnung war sehr positiv und entwickelte sich sehr schnell zu einer guten und freundschaftlichen Zusammenarbeit. Ostern 2012 folgten Vertreter der Samtgemeinde einer Einladung des Bürgermeisters von Baoji nach China um Möglichkeiten der Zusammenarbeit abzusprechen. Es ergab sich, dass eine neue Absichtserklärung unterzeichnet wurde. Nun folgten mehrere Besuche von chinesischen Delegationen, im Februar 2013 flogen Vertreter der Samtgemeinde Lathen zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde nach China. . Nach der feierlichen Besiegelung luden die Gastgeber ihre Gäste zu einem Ausflug in die Umgebung. Der deutschen Delegation war klar, dass sie sich in einer kulturhistorisch äußerst interessanten Gegend bewegte, doch das, was Lathens Partnerstadt Baoji mit großem Stolz präsentierte, ließ sie staunen.

Zunächst besuchten sie den berühmten Famen-Si-Tempel über dessen Ursprung zahlreiche Legenden bekannt sind. Der Bau der Pagode ist sicherlich in die Zeit zwischen 200 v. Chr. bis 200 n. Chr. zu legen. Der früheste historische Nachweis allerdings geht auf das Jahr 494 n. Chr, zurück. Das Famen-Tempelkloster gehört laut historischen Überlieferungen zu den bedeutendsten Heiligtümern des Buddhismus in Nordwest China. Ein weiterer Ausflug führte die deutschen Gäste nach Xiyang, nahe der alten Kaiserstadt Xi’an gelegen, zu der berühmten Terrakotta-Armee, die erst zufällig 1974

beim Bau eines Brunnens, der nach einer großen Trockenheit gegraben werden sollte, entdeckt wurde.

Alle Besuche wurden von den chinesischen Gastgebern mit besonderen Ereignissen und Höhepunkten gekrönt. Neben Gesprächen mit Vertretern der Handelskammer konnten sie bereits zwei Mal den Gouverneur der Provinz Shaanxi in seinem Regierungspalast besuchen, der in einem völlig abgetrennten Stadtteil angesiedelt ist. Shaanxi hat die Größe der Bundesrepublik und zählt etwa 40 Millionen Einwohner. Ein Besuch dort ist vergleichbar mit dem einer Visite bei dem Bundespräsidenten. Im Gegenzug haben die deutschen Vertreter es leider noch nicht geschafft mit einer hochrangigen chinesischen Delegation bis zum Landrat vorzudringen, das ist sehr schade.

„Aus diesen Kontakten", so Weber, „erhoffen wir uns natürlich auch wirtschaftliche Erfolge. Einige Vorhaben stehen im Raum, müssen jedoch noch ausgereift werden. Geplant ist der Bau eines Autohofes auf dem Gebiet des Industrieparks an der A31

2015 hat eine deutsche Abordnung an der Grundsteinlegung der ersten Fertigstellungshalle für Kolbenstangen und zur Zylinderproduktion in ShanYang teilgenommen. In China ist ein Joint-Venture Unternehmen gegründet worden, an dem auch Herbert Tieben beteiligt ist. Mittlerweile besteht die Absicht an zwei Standorten Fertigungsanlagen zu errichten, deren Ausmaße für uns unvorstellbar sind - sie werden eine Größe von 200 x 500 m, also 10 ha umfassen. Gemessen wird nicht wie bei uns in ha, sondern in qkm, gleichzeitig entsteht hier auch eine großzügige Wohnanlage mit allem Notwendigen für die Mitarbeiter."

Sprachbarrieren konnten durch Herrn Qi Li, einem deutschen Chinesen, der seit 12 Jahren mit seiner Familie in Hamburg lebt, sehr gut überwunden werden. „Aus unserer Sicht", so Herr Weber, „ist es eine sehr ungleiche Partnerschaft, doch die chinesischen Freunde umschreiben diese Verbindung immer sehr freundlich mit den Worten: „Eine Partnerschaft lebt nicht von der Quantität, sondern von der Qualität".

 

                  
 
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