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Klönabend am 07.03.2017

Eine ungleiche Partnerschaft – Baoji / Lathen – Reisen ins Land der Mitte

Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber stellte den Zuhörern in Bild und Ton das Land bzw. die Stadt Baoji vor. Durch das vorab aufgelegte Foto machte er zunächst den Größenunterschied der beiden Gemeinden deutlich. Hier die Samtgemeinde Lathen, bestehend aus sechs Mitgliedsgemeinden mit gut 11.000 Einwohnern, auf einer Fläche von rund 170 qkm und daneben Baoji in der Volksrepublik China gelegen. Der Weg dorthin beträgt rund 7500 km. Baoji ist etwa 100 Mal so groß wie unsere Samtgemeinde und umfasst eine Fläche von 18.721 qkm. Zu Beginn der Kontaktaufnahme, im Jahre 2010, lebten dort 3,8 Mio. Einwohner, die Tendenz ist weiter steigend. Baoji ist eine bezirksfreie Stadt in der Provinz Shaanxi mit deren Hauptstadt Xi‘, gelegen in einem Gebiet, das sicherlich zu den erdgeschichtlich bedeutenden Regionen gehört.

Die Verbindung nach China ist durch Herbert Tieben, Inhaber der damaligen Firma HYNOVA, die sich im Industriepark an der A 31 angesiedelt hatte, entstanden. Er hatte die chinesischen Geschäftsleute während einer Produktausstellung in Hamburg kennengelernt. Es entwickelte sich ein gemeinsames Geschäftsinteresse. 2012 kündeten sie einen Besuch in Deutschland – in Niederlangen – an. Um dem Geschehen einen gebührenden Rahmen zu geben, bat Herr Tieben die Lathener „Politik" die Gäste zu begrüßen, Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber und sein Stellvertreter sagten zu, auf die Schnelle verfassten sie einen sogenannten „Letter of intent" und empfingen die chinesische Delegation im Gründerzentrum an der A31. Die Begegnung war sehr positiv und entwickelte sich sehr schnell zu einer guten und freundschaftlichen Zusammenarbeit. Ostern 2012 folgten Vertreter der Samtgemeinde einer Einladung des Bürgermeisters von Baoji nach China um Möglichkeiten der Zusammenarbeit abzusprechen. Es ergab sich, dass eine neue Absichtserklärung unterzeichnet wurde. Nun folgten mehrere Besuche von chinesischen Delegationen, im Februar 2013 flogen Vertreter der Samtgemeinde Lathen zur Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde nach China. . Nach der feierlichen Besiegelung luden die Gastgeber ihre Gäste zu einem Ausflug in die Umgebung. Der deutschen Delegation war klar, dass sie sich in einer kulturhistorisch äußerst interessanten Gegend bewegte, doch das, was Lathens Partnerstadt Baoji mit großem Stolz präsentierte, ließ sie staunen.

Zunächst besuchten sie den berühmten Famen-Si-Tempel über dessen Ursprung zahlreiche Legenden bekannt sind. Der Bau der Pagode ist sicherlich in die Zeit zwischen 200 v. Chr. bis 200 n. Chr. zu legen. Der früheste historische Nachweis allerdings geht auf das Jahr 494 n. Chr, zurück. Das Famen-Tempelkloster gehört laut historischen Überlieferungen zu den bedeutendsten Heiligtümern des Buddhismus in Nordwest China. Ein weiterer Ausflug führte die deutschen Gäste nach Xiyang, nahe der alten Kaiserstadt Xi’an gelegen, zu der berühmten Terrakotta-Armee, die erst zufällig 1974

beim Bau eines Brunnens, der nach einer großen Trockenheit gegraben werden sollte, entdeckt wurde.

Alle Besuche wurden von den chinesischen Gastgebern mit besonderen Ereignissen und Höhepunkten gekrönt. Neben Gesprächen mit Vertretern der Handelskammer konnten sie bereits zwei Mal den Gouverneur der Provinz Shaanxi in seinem Regierungspalast besuchen, der in einem völlig abgetrennten Stadtteil angesiedelt ist. Shaanxi hat die Größe der Bundesrepublik und zählt etwa 40 Millionen Einwohner. Ein Besuch dort ist vergleichbar mit dem einer Visite bei dem Bundespräsidenten. Im Gegenzug haben die deutschen Vertreter es leider noch nicht geschafft mit einer hochrangigen chinesischen Delegation bis zum Landrat vorzudringen, das ist sehr schade.

„Aus diesen Kontakten", so Weber, „erhoffen wir uns natürlich auch wirtschaftliche Erfolge. Einige Vorhaben stehen im Raum, müssen jedoch noch ausgereift werden. Geplant ist der Bau eines Autohofes auf dem Gebiet des Industrieparks an der A31

2015 hat eine deutsche Abordnung an der Grundsteinlegung der ersten Fertigstellungshalle für Kolbenstangen und zur Zylinderproduktion in ShanYang teilgenommen. In China ist ein Joint-Venture Unternehmen gegründet worden, an dem auch Herbert Tieben beteiligt ist. Mittlerweile besteht die Absicht an zwei Standorten Fertigungsanlagen zu errichten, deren Ausmaße für uns unvorstellbar sind - sie werden eine Größe von 200 x 500 m, also 10 ha umfassen. Gemessen wird nicht wie bei uns in ha, sondern in qkm, gleichzeitig entsteht hier auch eine großzügige Wohnanlage mit allem Notwendigen für die Mitarbeiter."

Sprachbarrieren konnten durch Herrn Qi Li, einem deutschen Chinesen, der seit 12 Jahren mit seiner Familie in Hamburg lebt, sehr gut überwunden werden. „Aus unserer Sicht", so Herr Weber, „ist es eine sehr ungleiche Partnerschaft, doch die chinesischen Freunde umschreiben diese Verbindung immer sehr freundlich mit den Worten: „Eine Partnerschaft lebt nicht von der Quantität, sondern von der Qualität".


Klönabend am 07.02.2017

Pflegebedürftigkeit 2017

Der aktuelle Pflegebedürftigkeitsbegriff steht seit seiner Einführung in der Kritik, weil er nicht ausreichend pflegefachlich fundiert, defizitorientiert und vorrangig auf Alltagsverrichtungen in den Bereichen Mobilität, Ernährung, Körperpflege und hauswirtschaftliche Versorgung ausgerichtet ist. Kognitive oder psychische Beeinträchtigungen werden zu wenig beru cksichtigt.

Neben dieser verkürzten Betrachtung ist er außerdem dem Vorwurf der „Minutenzählerei" ausgesetzt, weil in der Begutachtung vorrangig festgestellt wird, wie viel Zeit bei der Unterstützung des Pflegebedürftigen erforderlich ist.

Schnell waren die Plätze im alten Klassenzimmer des Bürgerhauses „Alte Schule" besetzt. Alle Besucher waren gespannt, was sich in der Pflegeversicherung seit dem 1. Januar 2017 geändert hat.

Norbert Fährmann, Leiter des ambulanten Pflegedienstes SALUTAS am Markt in Lathen, zuständig für den Bereich Lathen und Dörpen, konnten wir für diesen Abend als kompetenten Referenten gewinnen.

Mit Hilfe großer Schautafeln und gut leserlichen Tabellen erklärte er sehr deutlich die Änderungen, die von Seiten der Pflegekasse vorgenommen wurden.

Vorab sei gesagt: Pflegebedürftig im Sinne des SGB XI sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßigen wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens voraussichtlich für mindestens sechs Monate der Hilfe bedürfen.

 

Die Pflegeversicherung soll mit ihren Leistungen vorrangig die häusliche Pflege unterstützen, damit die Pflegebedürftigen möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können.

Ab 1. Januar 2017 gilt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der wie folgt definiert ist (§ 14 SGB XI, Fassung ab 1.1.2017):

Pflegebedürftig sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen.

Es muss sich um Personen handeln, die körperliche, kognitive oder psychische Belastungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können.

Die Pflegebedürftigkeit muss (unverändert) auf Dauer, voraussichtlich für mindestens 6 Monate bestehen.

Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ändert sich also der Maßstab zur Bewertung der Pflegebedürftigkeit:

 

 

Gleichbehandlung aller Pflegebedürftigen durch Orientierung am Grad der Selbständigkeit und Fähigkeit

Gleichstellung von Pflegebedürftigen mit kognitiven Erkrankungen und psychischen Störungen mit körperlich Beeinträchtigten

Maßgeblich zur Prüfung sind die in § 14 Abs. 2 SGB XI (Fassung ab 1.1.2017) aufgeführten sechs Lebensbereiche inklusive der dort genannten pflegefachlich begründeten Kriterien:

Mobilität

kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Selbstversorgung

Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Ebenfalls zu berücksichtigen ist, inwieweit die Haushaltsführung noch bewältigt werden kann.

Diese Lebensbereiche korrespondieren mit den neuen Modulen, die für die Begutachtung ab 2017 verwendet werden und aus denen sich die Pflegegrade errechnen.

 

Neues Begutachtungsassessment (NBA)

 

 

Künftig werden die Aktivitäten und Fähigkeiten des pflegebedürftigen Menschen in allen Lebensbereichen betrachtet.

Statt „Hilfebedarfen in Minuten" wird ab 1. Januar 2017 bei der Begutachtung abgefragt: Was kann der Pflegebedürftige noch selbst bewerkstelligen, wobei und in welcher Tiefe benötigt er personelle Hilfe und Unterstützung im Alltag.

Diese Betrachtungsweise korrespondiert mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff der mit dem Pflegestärkungsgesetz II eingeführt wurde. Maßstab der Betrachtungsweise ist der Grad der Selbstständigkeit bei der Gestaltung des Alltags und der Durchführung von Aktivitäten bzw. die Abhängigkeit von personeller Hilfe.

Es wird also geprüft: „Welche Ressource hat der Mensch noch, was kann er noch alleine bewerkstelligen, wo benötigt er Unterstützung und Hilfe".

Bei dieser umfassenden Betrachtung wird auch der Präventions- und Rehabiliationsbedarf geprüft und entsprechende Empfehlungen abgegeben: Welche Möglichkeiten gibt es, die körperlichen, geistigen und psychischen Fähigkeiten zu erhalten oder wiederherzustellen? Wie kann die Selbstständigkeit erhalten oder gestärkt werden?

Zur Erhebung wurde das „Neue Begutachtungsassessment (NBA)" entwickelt. Die Gutachter erheben anhand eines neuen Fragebogens den Grad der Selbstständigkeit in sechs Bereichen (Modulen) und ermitteln unter Anwendung eines Punkte- und Gewichtungssystems den Pflegegrad. Diese Bereiche (Module) entsprechen den in § 14 Abs. 2 SGB XI festgelegten Bereichen:

Modul 1: Mobilität

Modul 2: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

Modul 4: Selbstversorgung

Modul 5: Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen

Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Bei der Begutachtung wird jedes Modul gesondert betrachtet und jeweils geprüft, wie selbstständig die Person die Aufgaben bewältigen kann bzw. inwieweit sie abhängig von personeller Unterstützung ist. Die Ergebnisse der einzelnen Bereiche werden dann gemäß den gesetzlichen Vorgaben in § 15 SGB XI unterschiedlich gewichtet. Daraus ergibt sich eine Gesamtbewertung.

Auf dieser Basis erfolgt die Einstufung in einen der fünf Pflegegrade.

Alfons Robbe bedankt sich bei Norbert Fährmann für den Interessanten sowie aufschlussreichen Vortrag mit einem kleinen Präsent 




Klönabend am 8. März 2016

Der erste Klönabend in diesem Jahr stand unter dem Motto: Warum musste das blühende Hümlingdorf Wahn in den Jahren 1937 – 1943 von der Landkarte verschwinden?

 Zu diesem Thema hatte der Heimatverein seine Mitglieder sowie interessierte Zuhörer eingeladen und Wilhelm Maßbaum, Vorsitzender des Heimatvereins Sögel, als Referenten gewinnen können.

 Wilhelm Maßbaum, selbst Spross einer Wahner Familie, erläuterte das Vorgehen sowie die damit verbundenen Umstände dieser Umsiedlung.

 1007 Einwohner mussten damals ihre Heimat verlassen, weil der Kropp-Schießplatz (heute WTD 91) erweitert werden sollte.

 Es wird angenommen, dass Adolf Hitler am 10. Juni 1936 selbst den Befehl dazu gegeben hat, Wahn als komplettes Dorf umzusiedeln. Denn an diesem Tag ließ der Führer sich hier vor Ort Schießübungen vorführen und befand, dass das Dorf Wahn seinem Vorhaben im Wege stand.

 Einige Familien, unter ihnen Bernhard Behrens, der die Idee zu diesem Thema hatte und Familie Kleemann, sind längst in Niederlangen heimisch geworden. Aber andere hat es besonders hart getroffen. Sie siedelten in deutsche Ostgebiete, wo sie nach Kriegsende abermals eine Vertreibung durch die Rote Armee erleben mussten.

 In ganz besonderer Weise widmete Wilhelm Maßbaum sich der St. Antonius-Kirche, im Volksmund liebevoll als „Dom des Hümmlings“ bezeichnet. Sie wurde bereits im Jahre 1927 eingeweiht und bot 600 Gläubigen Platz. Aber schon nach 15 Jahren gab es den Befehl: Sie muss weg, sie steht im Weg!

 Die letzte heilige Messe wurde 1942 gefeiert. Über 800 Christen, inzwischen aus Nah und Fern, ließen es sich nicht nehmen, von ihrem Gotteshaus Abschied zu nehmen, bevor es noch im gleichen Jahr dem Erdboden gleich gemacht wurde. Mit Tränen in den Augen verfolgten sie das Geschehen und konnten nicht glauben, wozu Menschen, die von sich überzeugt sind, dass sie die Menschheit beherrschen können, fähig sind.  

 Aber der Ort und die Geschichte der Kirche sind nicht vergessen. Auf Initiative von Wilhelm Maßbaum wurden die Fundamente des „Hümmlingdomes“ freigelegt.

Seit über 60 Jahren und damit längst zur Tradition geworden, treffen sich jährlich, am 3. Sonntag im Juni, ehemalige Einwohner von Wahn in ihrer früheren Heimat zu einem Gottesdienst auf dem Wahner Friedhof. Im Anschluss daran findet eine Prozession zu der kleinen Gnadenkapelle statt, danach versammeln sich die Besucher, immerhin 150 bis 200 Personen, im Ortskern in der Nähe ihrer alten Kirche. Heute befindet sich an der Stelle des einstigen Dorfzentrums ein Gedenkstein und eine bronzene Gedenktafel. An die Antoniuskirche, einst eine der größten Kirchen Nordwestdeutschlands, erinnert heute eine Informationstafel mit Texten und Bildern.

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Klönabend am 3. März 2015

Auch der 2. Klönabend in diesem Jahr war mit einem spannenden Thema überschrieben. Es ging einmal mehr um das Kapellenmoor, das viele ungeahnte Überraschungen für den aufmerksamen Betrachter bereithält. Diesmal ging es um die Turmfalken, die sich den Nistkasten, der im Obergeschoss des Kuhstalls angebracht ist, als passende Wohnung für die Aufzucht ihres Nachwuchses ausgesucht hatten.

Dr. Erhard Nerger, Tierarzt und passionierter Fotograf, hatte spannende sowie seltene Schnappschüsse von der Fütterung und den ersten Flugversuchen der Turmfalken im Gepäck, die er den interessierten Besuchern im Bürgerhaus „Alte Schule" erläuterte.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich optisch. Ältere Männchen haben einen hellgrauen Kopf und einen rotbraunen Rücken mit kleinen dunklen Flecken. Der Schwanz ist ebenfalls hellblaugrau mit einer schwarzen Endbinde. Die Unterseite des Körpers ist gelblich mit Längsstreifen und kleinen dunklen Tropfenflecken. Beim Weibchen dagegen sind Kopf, Rücken und Schwanz rostbraun gefärbt mit dichter dunkler Fleckung und Querbänderung. Seine Körperunterseite ist stärker gefleckt als beim Männchen.
Der Turmfalke ist rund 35 Zentimeter groß und gehört damit in Deutschland zu den kleinen Greifvögeln. Seine Spannweite beträgt 75 Zentimeter. Im Flug sind die Vögel an ihren langen spitzen Flügeln zu erkennen und natürlich an ihrem charakteristischen Rüttelflug.

Man erkennt den Vogel an seinen hellen, lauten "kikikikiki"- Rufreihen, die er vor allem im Flug ausstößt. Am Brutplatz gibt er leisere Rufe von sich.

Turmfalken ernähren sich vorwiegend von Feldmäusen und anderen Wühlmäusen. Durch die Spezialisierung entsteht eine Abhängigkeit vom Beutevorkommen. Die Bestände der Feldmäuse schwanken von Jahr zu Jahr beträchtlich; in manchen Gebieten gehen sie aufgrund der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungs-methoden stark zurück. Vor allem in Zeiten, in denen Mäuse rar sind, erbeuten Turmfalken im schnellen Sturzoder Verfolgungsflug auch kleinere Vögel. Darüber hinaus stehen Eidechsen und Insekten, vor allem Käfer und Heuschrecken, und gelegentlich Regenwürmer auf der Speisekarte.

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Als Dankeschön überreichte Alfons Robbe ein Präsentkörbchen aus dem Fairen Handel, über das Dr. Nerger sich sehr freute.


Klönabend am 3. Februar 2015

Der gestrige Klönabend stand unter dem Motto: „Geschichten, die das Leben schrieb".

Herbert Roßmeier hatte neben satirischen, besinnlichen und hintergründigen Texten auch solche, die zum Nachdenken anregten im Gepäck. Wie immer trug er sie gekonnt vor und erntete von den literaturbegeisterten Zuhörern verdienten Beifall. Niklas Albers füllte die kleinen Zwischenpausen mit der passenden Musik auf seinem Keyboard.

Es war ein gelungener Abend, bei dem sich Ohrenschmaus und Gesprächsstoff über das Gehörte die Waage hielten.

Unser Dank gilt Herbert Roßmeier und Niklas Albers für ihre glanzvolle Leistung.

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Foto: Herbert Roßmeier und Niklas Albers während des Vortrages


Klönabend am 4. Februar 2014

Der Führerschein ist ein wichtiges, um nicht zu sagen kostbares Dokument, dass jeder durch Erlernen der Fahrpraxis sowie der dazugehörigen Theorie nach einer Prüfung erwerben kann. Die ältere Generation hat diese Prüfung in jungen Jahren einmal gemacht und der Ausweis hatte dann eine lebenslange Gültigkeit. Heute ist das anders. Im Führerscheinwesen hat sich sehr viel gewandelt. Verkehrszeichen sind hinzugekommen, ältere abgeschafft oder anders gestaltet. Regeln wurden geändert, durch neue ersetzt, ergänzt oder angepasst.Das Thema des heutigen Abends lautete: Neue rechtliche Regeln zum Führerschein.Fahrlehrer Frank Rüther aus Niederlangen informierte die interessierten Gäste, die sich auf den Weg ins Clubhaus in Niederlangen-Siedlung gemacht hatten, über Neuerungen im Führerscheinwesen. Schwerpunkte des Abends waren das Führerscheinrecht, die Führerscheinrichtlinien, die neue Straßenverkehrsordnung, die am 1. April 2013 in Kraft getreten war, das ab dem 1. April 2014 gültige Fahreignungsregister – vormals die Verkehrssünderdatei in Flensburg - sowie das Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzt. Durch anschauliches Bildmaterial konnte Frank Rüter die vielschichtigen Möglichkeiten, die durch den Erwerb des Führerscheins möglich sind, deutlich machen.Am Ende waren sich die Zuhörer einig: Es ist wichtig, die Neuerungen zu hören und zu beherzigen, dennkein verantwortungsvoller Mensch wird sich auf einmal Erlerntem ausruhen. Ganz im Gegenteil, Üben zeugt von Professionalität.

Bildquelle $bilddateiAls Dank erhielt Frank von dem 1. Vorsitzenden Alfons Robbe das 1996 aus Anlass des 50jährigen Bestehens von Niederlangen-Siedlung erschienene Buch Vom Moor zum Dorf, dass er dankend entgegennahm. Bei anregenden Gesprächen und munterem Austausch klang dieser Abend aus.

Ulrike Küppers


Klönabend  2013

Zum 1. Klönabend in diesem Jahr hatte der Heimatverein  zu einer Wanderung über den Jakobsweg eingeladen. Über 50 Heimatfreunde waren dem Aufruf gefolgt und machten sich mitBildquelle $bilddatei Elli Cordes, die diese Pilgerreise vor drei Jahren gemeinsam mit ihrer Schwester sowie ihrer Freundin  gemeistert hatte, auf den Weg.Steinige und harte Wege, so eine Redensart, seien gerade das Richtige für einen Pilger, denn Pilger müssen leiden! Dieser Ausspruch hatte wohl seine Berechtigung bei den Buß- und Strafwallfahrten des Mittelalters, heute kann man sich durch eine gut durchdachte Ausrüstung und eine gründliche Vorbereitung viele Unannehmlichkeiten ersparen. Wenn ein Spanier nach dem Beginn des Jakobsweges gefragt wird, antwortet er: „Der Weg beginnt in deinem Haus – er führt dich in erste Linie zu dir selbst. Diese, inzwischen weltweit bekannte und beliebte Pilgerstrecke ist nach dem Apostel Jakobus benannt, der in Spanien missionierte und im 43. Jahr nach Chr. unter der Herrschaft des König Herodes in Jerusalem enthauptet wurde. Der Legende nach haben zwei Freunde seinen Leichnam gestohlen und auf ein führerloses Schiff geladen, das nach sieben Tagen an der galizischen Atlantikküste strandete. Jakobus wurde dort von seinen Anhängern begraben - Santiago = heiliger Jakobus. Der Pilgerweg führt uns also zu seinem Grab, zum Grab des Apostels Jakobus, dass in der  Kathedrale von Santiago de Compostella seinen Platz gefunden hat. Die Wegstrecke entstand im 11. Jahrhundert, neben Rom und Jerusalem war Santiago das drittgrößte Hauptziel der christlichen Pilgerfahrten. Später geriet der Weg in Vergessenheit. 1970 wurde er wiederentdeckt, ab 1980 hat ein spanischer Priester den Camino de Santiago, den Jakobsweg, mit gelben Pfeilen markiert, sodass niemand sein Ziel verfehlen kann, die gelben Pfeile machen ein umständliches Kartenwerk überflüssig. Heute machen sich Pilger, Männer und Frauen jeden Alters aus allen Ländern der Erde, aus unterschiedlichsten Beweggründen auf den teilweise beschwerlichen Weg.  Man kann diesen Weg überall beginnen und auf vielerlei Weise bewältigen. Frau Cordes und ihre Begleiterinnen haben ihn mit dem Rad gemeistert. Wer diesen Weg mindestens 100 km zu Fuß oder die doppelte Zahl per Pedes oder auf dem Pferderücken zurücklegt, darf in Santiago die Compostella (Urkunde, in lateinischer Sprache verfasst, die besagt, dass der Besitzer die Kathedrale von Santiago de Compostella als Wallfahrer besucht hat) entgegennehmen. Zu beginn der Reise bekommt jeder Pilger, der nicht mit einem Auto oder Kraftrad unterwegs ist, einen Pilgerausweis, ( bei der Deutschen Jakobusgesellschaft in Aachen zu beantragen)  der ihn zum einen dazu berechtigt, in den ausgewiesenen Herbergen zu übernachten und am Ende des Tages den begehrten Stempel zu erhalten,Bildquelle $bilddatei zum anderen verpflichtet er jedoch auch dazu, entlang des Camino de Santiago eine angemessene Verhaltensweise zu wahren. Es gibt weltweit viele sogenannte Jakobswege, auch bei uns in Deutschland. Sie sind in ihrem Verlauf seit 1992 mit dem Symbol der Jakobsmuschel gezeichnet – man kann sein Ziel nicht verfehlen.Die Jakobsmuschel, eine sehr große und schmackhafte essbare Muschel ist hauptsächlich an der Atlantikküste Galiziens zu finden. Früher benutzten Pilger sie zum Wasserschöpfen, heute ist sie ein eindeutiges Pilgersymbol.Am höchsten Punkt des Passes vor Ponferrada, in ca. 1550 m Höhe steht das Cruz de Ferro, das Eisenkreuz. Es krönt, ohne jeglichen Schmuck einen gut 5 m hohen nackten Baumstamm und ist eines der bekanntesten Denkmäler die den Jakobsweg säumen. Die abertausend Steine, aus denen sich das Kreuz erhebt, sind von zahllosen Pilgern in unzähligen Jahren aufeinander gefügt worden, es heißt, man könne seinen Sorgenstein und damit seine Sorgen hier ablegen.
Es war ein sehr interessanter Vortrag, der die Zuhörer zum Nachdenken gebracht hat.
Ulrike Küppers

 

 
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